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Editionen

Das Ziel von République des Lettres (RdL) ist es, langfristig anschlussfähige Informationen im Sinn der FAIR-Data Principles zu produzieren und bereitzustellen. Die Edition stellt dabei ein zentrales Gefäss dar, das diesem Zweck in mehrfacher Weise dient. Sie führt Sammlungen ausgewählter Dokumente zusammen, die gemäss den Konventionen der Plattform erschlossen und bearbeitet werden, und stellt diese in einen breiteren Forschungskontext. Die Edition als digitale wissenschaftliche Publikation garantiert zum einen eine stabile Referenz. Zum anderen sorgt die kumulative Anreicherung der darin enthaltenen Strukturdaten dafür, dass ihre Elemente dynamisch weiterentwickelt und untereinander vernetzt werden können. Durch dieses Zusammenspiel von Stabilität und Dynamik bleiben die Editionen langfristig anschlussfähig und bieten eine kontinuierlich erweiterbare Basis für zukünftige Forschungsanliegen.

Ein zentrales Element der Editionen ist die Einleitung. Sie hat die Aufgabe, den Entstehungskontext der Edition zu erläutern, die Auswahlkriterien der enthaltenen Dokumente offenzulegen und auf Besonderheiten der Edition hinzuweisen. Diese Besonderheiten können spezifische Umsetzungen oder Entscheidungen betreffen, die durch die flexible Anwendung des Editionsmodells erforderlich wurden, sowie dokumentspezifische Eigenheiten, die einer besonderen Berücksichtigung bedürfen.

Die Auswahl der edierten Dokumente kann nach unterschiedlichen Kriterien erfolgen. Neben einer systematischen Herangehensweise, wie etwa der Edition der Gesamtkorrespondenz einer Person, präsentiert die Plattform auch Editionen von unterschiedlichen Dokumenttypen, deren Selektion stärker von einem thematischen Forschungsinteresse ausgeht. Bei der Bearbeitung sind verschiedene Herangehensweisen und Erschliessungstiefen möglich. Als datenzentrierter Plattorm kommt dabei den kuratierten Strukturdaten als Grundlage und Element der tieferreichenden Erschliessung eine zentrale Bedeutung zu.

Auf République des Lettres können Bibliografien von Drucktexten als eigenständige Editionen erstellt werden. Diese können unterschiedliche Ausgangspunkte haben. Manche Bibliografien, wie beispielsweise diejenige zu Hallers Bibliothek, basieren auf zeitgenössichen Katalogen und ermöglichen eine systematische Erfassung zeitgenössischer Drucke, respektive eine virtuelle Rekonstruktion einer ehemaligen Sammlung. Andere entstehen aus einer thematischen Perspektive, indem sie Druckwerke aufgrund inhaltlicher oder kontextueller Gemeinsamkeiten zusammenstellen. Ein Beispiel dafür ist die Bibliografie Halleriana, ein umfangreicher Katalog von Werken von und über Albrecht von Haller.

Strukturdaten

Unabhängig vom Ansatz ist eine transparente Dokumentation der Erfassungs- und Editionsentscheidungen erforderlich, ebenso wie die konsequente Referenzierung und Kuration der Autor:innen und Erscheinungsorte. Verlage werden dagegen in der Regel nur im originalen Wortlaut erfasst und nicht referenziert. Für die Erfassung der bibliografischen Strukturdaten wird zwischen zwei Qualitätsstufen unterschieden:

1. Katalogbasiert

Die Erfassung von Strukturdaten von Drucktexten als Teil einer Edition kann aus pragmatischen Gründen auf Basis der Angaben von Sekundärquellen oder Bibliothekskatalogen zusammengetragen werden. Die nachfolgenden Angaben sind - neben referenzierten Autor:innen und Erscheinungsorten - aber unverzichtbar:

  • Bibliografische Angaben: Sprache, Jahr, Auflage, Verlag
  • Normdatei-Identifikatoren: Je nach Dokumenttyp einen geeigneten Identifikator wählen
  • Digitalisat: Wenn möglich Link zum Digitalisat der Publikation oder wenigstens Scan des Titelblatts
  • Titel: Einheitliche Schreibweise des Titels (z.B. Normalisierung von Gross- und Kleinschreibung sowie Umgang mit Sonderzeichen, Kürzungen usw.), die in der Einleitung zur Edition explizit gemacht wird

2. Autoptisch

Um eine möglichst hohe Authentizität, Präzision und Einheitlichkeit gegenüber Aufnahmen aus Sekunderquellen zu gewährleisten, erfolgen die bibliografischen Daten auf der Grundlage einer direkten Sichtung des Originals oder eines hochauflösenden Digitalisats. Zentral ist dabei, dass der Weg vom Original zur normalisierten Referenz bei Personen und Orten transparent gemacht wird. Wenn der Wortlaut nicht eindeutig ist, sollten die Felder (“Person (Original)”, “Ort (Original)”) ausgefüllt werden (z.B Voltaire statt François-Marie Arouet). Die Anzahl Seiten des Werks ist zwecks eindeutiger Unterscheidung unterschiedlicher Ausgaben nach Möglichkeit anzugeben.

Autoptisch erfasste Druckwerke werden im Frontend als solche gekennzeichnet und verfügen im Unterschied zu den übrigen Publikationen über einen Publisher.

Es ist möglich, innerhalb einer Edition sowohl “autoptisch” als auch “nicht-autoptisch” erfasste Publikationen zu vereinen, solange es explizit gemacht wird.

Zugehörigkeit zu einem historischen Bibliothekskatalog

Katalog

  • Historischer Katalog als Ausgangspunkt für die Zuordnung
  • Felder beziehen sich auf den Katalog

Exemplarspezifische Vermerke

  • Bibliotheksstandort (Signatur)
  • Typologie der Vermerke

Volltexte

Neben den Strukturdaten können optional auch Volltexte der Druckwerke bereitgestellt werden. Deren Erfassungsrichtlinien ist in der Einleitung zu spezifizieren. Vgl. dazu die Rezensionen Albrecht von Hallers.

Verzeichnisse/Repertorien

[Zum Beispiel Repertorium der Naturalienkabinette, Mitgliederverzeichnis der naturforschenden Gesellschaft Zürich usw. Eine ausführlichere Beschreibung folgt.]

Handschriften

Die Edition von Handschriften wird im Kapitel Editionsmodell ausführlicher beschrieben.

Veröffentlicht unter ISC Lizenz.